Wieso muss Technik so kompliziert sein?

Bildquelle: aboutpixel.de / Ich bin sauer © jutta rotterWenn man sich etwas Neues kauft, sollte das Produkt eigentlich von Anfang an Freude machen. Frust oder Wut sind nicht die Reaktionen, die ich als Hersteller auf mein Produkt haben wollte. Irgendwie kenne ich von meinen letzten IT-Käufen aber eher das – trotz meiner IT-Affinität, wie ich meine. Entweder leben die Hersteller isoliert in ihrer eigenen Welt und können sich gar nicht vorstellen, dass ein Außenstehender Probleme mit ihren Produkten haben könnte oder es ist ihnen einfach egal.

Freitag war es mal wieder so weit: das Samsung Galaxy SII war im Haus und sollte mit allem notwendigen bestückt werden – Outlooksynchronisation inbegriffen. Vier Stunden, zahlreiche Versuche, Fehlermeldungen, Downloads, Google-Recherchen und drei Rechner später haben wir es tatsächlich geschafft. Die Outlook-Kontakte waren auf dem Galaxy angekommen.

Mir schwante ja von Anfang an schon schlimmes, weil Kies wieder ins Spiel kam, um die Outlook-Kontakte auf das Smartphone zu bekommen. Kies hatte uns beim Galaxy-Tab schon ordentlich ins Schwitzen gebracht. Vielleicht ist es ja besser geworden. Aber: der erste Rechner (Windows XP) verweigerte von Anfang an überhaupt eine Verbindung per USB-Kabel mit dem Galaxy aufzunehmen: er brauchte einen Treiber, den Samsung gar nicht anbietet. Meine Recherchen über Google ergaben, dass wir nicht alleine mit unserem Problem dastanden. Ich recherchierte eine Weile im Netz und fand sogar einen Treiber. Der war mit RAR komprimiert, natürlich nicht selbstentpackend. Noch einen Speicherfresser auf den Rechner installieren, den man eigentlich nicht braucht? Nein danke, das muss auch anders gehen.

Der nächste PC (Windows 7/32Bit) schaffte es auch ohne separaten Treiber-Download, das Handy zu listen, allerdings ist das mein Arbeitsrechner und nicht mein Smartphone. Also war mir zumindest klar, dass wir einen Computer mit Windows 7 brauchen. Der dritte PC, ein nagelneues Fujitsu-Lifebook (Windows 7/64Bit) schaffte dann nach weiteren Fehlermeldungen und Recherchen doch noch das, was wir vorher erfolglos versuchten – eine Verbindung und eine Synchronisation!! Bis ich das schaffte, bin ich jedoch noch fast an Outlook 2010 gescheitert. Suchen Sie da mal die Import-Funktion. Braucht offensichtlich niemand und deshalb versteckt man sie.

Das „Handbuch“ des Handys beschränkte sich auf wirklich „wichtige“ Hinweise, wie zum Beipiel dem, das Handy nicht zu bekleben und zu bemalen. Liebe Hersteller, dem guten Stück drohte ein wesentlich schlimmeres Schicksal, das Fenster war schon weit geöffnet.

Und so fragte ich mich ziemlich frustriert, ob ich wohl zu blöd bin, ein Handy in Betrieb zu nehmen und mit ganz normalen Dingen zu konfigurieren, wie sie ein Unternehmer braucht? Gehen die Hersteller davon aus, dass nur Nerds ihre Produkte kaufen oder zig-Arbeitsrechner zu Hause stehen haben, wovon einer das schon schaffen wird? Oder hat die Zielgruppe sowieso eine eigene IT-Abteilung und die lösen den Quark dann schon auf? Was machen die Menschen, die keine Ahnung von Technik haben? Dürfen die so ein Produkt nicht kaufen? Wieso kann man nicht eine einfache Anleitung zur Verfügung stellen, wie man das Handy wirklich an seinen Rechner anschließen kann? Wenn das Produkt bestimmte Betriebssysteme ausschließt, dann schreibt das doch fett in die Bedienungsanleitung. Ich fühlte mich Freitag von den IT-Herstellern ziemlich alleine gelassen. Kauf mein Produkt und guck, wie Du damit klar kommst. Samsung ist hier nur exemplarisch. Den Kampf mit Festplattenrekordern oder die Programmierung von All-in-one-Geräten habe ich bereits aufgegeben.

Ich werde mir dieses Smartphone trotzdem kaufen – auch wenn ich Freitag schon schwer mit Apple geliebäugelt habe. Aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie ein nicht technik-affiner Käufer damit klar kommen soll. Ich würde ihnen wohl Apple empfehlen.

  1. Pingback: Erste Erfahrungen mit Android – hätte schlimmer kommen können! » STRATTACK GmbH Mediendienstleistungen

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