Wer heute etwas auf sich hält, macht’s selbst. Do-it-yourself ist angesagt und nur „Looser“ verlassen sich auf andere.

Wer mich kennt, weiß, dass ich jemand bin, der erst gerne selbst „Hand anlegt“, bevor er um Hilfe bittet. Der Ehrgeiz, etwas zu können, was nicht unbedingt zu den eigenen Stärken gehört ist groß. Ich weiß also, wovon ich rede.

Jeder kann Design?

Rund um die 90er war die Welt in der grafischen Industrie noch eindeutig strukturiert. Es war nämlich gar nicht möglich, jemanden, der nicht mindestens eine dreiwöchige Schulung in der Programmiersprache des jeweiligen Satzsystems hatte, an eine Fotosatzanlage zu lassen, damit er sich zum Beispiel eine Einladungskarte oder eine Visitenkarte gestalten konnte. Aufgrund ihrer Spezialisierung und ihres enormen Anschaffungspreises waren sie nur in entsprechenden Satzstudios oder -abteilungen verfügbar. Moderne Desktop-Computer oder Laptops mit entsprechender Software gab es für Otto Normalverbraucher noch gar nicht. Erst mit Einzug des Desktop Publishing waren bisher verkannten Künstlern Tür und Tor geöffnet.

Jetzt ging es richtig zur Sache. Wer braucht schon den Fachmann, wenn man das alles viel billiger am eigenen Computer gestalten kann? Programme wie Corel Draw bereiteten dem Fachmann regelmäßig Kopfzerbrechen, wenn er das Ganze druckfertig machen sollte. Die Dateien stellten regelmäßig eine Herausforderung für die Weiterverarbeitung dar. Erforderliche Standards und Vorgaben für die Druckdaten-Ausgabe wurden häufig nicht erfüllt.

Für unterschiedliche Anforderungen gibt es unterschiedliche Programme

Logos wurden und werden auch heute noch in Word designt. Spätestens, wenn es darum geht, die Daten farbverbindlich zu drucken oder das Logo in einem anderen Programm weiterzuverarbeiten, dann endet der Entwurf in der Sackgasse. Es gibt Grafikprogramme, die dafür ausgelegt sind, diese Arbeit zu übernehmen. Word ist ein Textverarbeitungsprogramm, mit hervorragenden Funktionen, Text zu strukturieren. Automatisierte Prozesse wie die Erstellung eines Inhaltsverzeichnises erfordern Zeit und Wille, sich in diese Software einzuarbeiten. Eine Zweckentfremdung des Programmes führt in der Regel nicht zum Ziel. Der Fachmann kann unter Umständen noch mehr aus einer Software herauskitzeln, als es der Laie kann. Aber es ist sicherlich einleuchtend, dass eine Textverarbeitung nur bedingt zum Logo- oder Broschürendesign oder gar zur Websiteerstellung taugt – auch wenn der Hersteller das eventuell ein bisschen anders beurteilt.

Setzen Sie Lösungen ein, die für die Aufgabe entwickelt wurden

Sicher gibt es auch heute noch viele Unternehmen, die beispielsweise statt einem vernünftigen CRM-System Excel verwenden. Kann man tun, muss man aber nicht. Natürlich kann man sich hier Abfragen programmieren, um sich entsprechende Filtermöglichkeiten zu schaffen. Damit spart man sich den Anschaffungspreis einer CRM-Lösung. Rechnet man aber die eigene Arbeitszeit für solche Konstruktionen und Anpassungen ein, und was man in dieser Zeit mit seinen eigentlichen Kernkompetenzen hätte tun können – beantworten Sie sich die Frage selbst. Lediglich ein Programmierer kann hier ernsthaft behaupten, dass eben dies zu seinen Kernkompetenzen gehört.

Ich selbst nutze für meine Kreativaufgaben die Adobe Creative Cloud. Dort setze ich die jeweiligen Werkzeuge für die unterschiedlichen Aufgaben ein: Illustrator für Grafiken und Logos, InDesign für Layoutarbeiten und eBook-Erstellung, Acrobat für die Druckdatenkontrolle und zur Datenweitergabe ans Lektorat, Photoshop für die Bildbearbeitung, Premiere für den Videoschnitt, After Effects für die Postproduction, Schriften und Bilder beziehe direkt beim Anbieter, usw. Daneben kommt natürlich eine aktuelle Office-Lösung zum Einsatz, ergänzt wird das alles durch spezifische Cloud-Lösungen für jeweilige Anforderungen. Sicherlich gibt es da Überschneidungen, aber eine saubere Trennung von Aufgabe und passender Software erleichtert es mir ungemein, Arbeitsprozesse transparent und mit weniger Reibungsverlusten durchzuziehen. Was mir auch immer hilft, ist, mir im Vorfeld Gedanken zu machen, wie einfach spätere Änderungen umzusetzen sind. Es nutzt also nichts, mal eben schnell ein Logo in InDesign oder Photoshop zu bauen, wenn einem die Erfahrung zeigt, dass die Daten früher oder später mit weiteren Ergänzungen als Vektordatei benötigt werden und man dann wieder anfängt, weil man in dem einen oder anderen Programm an dessen Grenzen stößt.

Produkte wie Canva, preiswerte Onlinedruckereien, Webbaukästen oder zahlreiche Grafik-Apps sind eine feine Sache, wenn man die Grundlagen verstanden hat, mit denen diese Werkzeuge arbeiten und wenn man ein Auge dafür hat, was zusammenpasst und was nicht. Sie können eine ungeheure Arbeitserleichterung für standardisierte Prozesse sein. Canva setze ich mittlerweile selbst gerne ein, weil es damit zum Teil einfach schneller geht, beispielsweise ein Header- oder Beitragsbild zu erstellen.

Was auch ich lernen musste: sich von Aufgaben, trennen, die man nur semiprofessionell durchführen kann

Aufgaben abzugeben, bedeutet im Gegenzug natürlich, dass jemand anderes diese Arbeit kostenpflichtig erledigt. Anstatt seine Zeit in Dinge zu investieren, von denen man nicht unbedingt Ahnung hat, kann man sich seinem Kerngeschäft widmen und damit die Kosten wieder hereinholen. Bauen Sie Ihre Büromöbel selbst, nur weil Sie vielleicht einmal bei der Volkshochschule einen Laubsägekurs belegt haben? Wenn Ihre größte Passion nicht gerade das Arbeiten mit Holz ist, werden Sie diese Frage sicher mit Nein beantworten. Auch die Gestaltung der Sanitärräume oder des Empfangsbereichs werden Sie sicherlich eher dem Fachmann überlassen, anstatt selbst Hand anzulegen. Ebenso professionell sollten Sie mit der Gestaltung Ihrer Website oder Ihrer Firmenunterlagen verfahren.

Sie sind sich nicht sicher, ob die von Ihnen erstellten Unterlagen professionell genug wirken? Ich verfüge über die notwendige Erfahrung und das Branchenwissen, um Ihre Geschäftsausstattung, Ihre Broschüren oder Whitepaper zu beurteilen oder um Ihnen dabei zu helfen, alles professionell und druckfertig zu gestalten. Sprechen Sie mich an!