Wenn man den Medien Glauben schenkt, dann boomt der E-Book-Markt. Das wirft natürlich die Frage auf, wie kann man so ein E-Book bestmöglich lesen? Was tut sich bei den Readern, welches Format wird Standard? Braucht man überhaupt einen Reader oder genügen ein Smartphone bzw. ein Tablet-PC? Und wo kauft man am besten seine E-Books?

Um es vorweg zu nehmen, um E-Books zu lesen braucht man nicht unbedingt einen Reader. Im Prinzip reichen ein Smartphone/iPhone, ein Tablet-PC/iPad oder auch ein normaler PC aus. Wie komfortabel das Lesen wird, hängt dann wiederum vom einzelnen Verhalten ab. Lesen Sie hauptsächlich Romane und Fachbücher, die mit wenig Illustrationen auskommen? Dann reicht der klassische Reader aus. Sein Vorteil liegt in der E-Ink-Technologie, die dem Auge ein Lesen wie vom gedruckten Exemplar ermöglicht. Seine Akkureichweite ist enorm, aber E-Ink-Geräte gibt es bislang nur in Schwarz-weiß.

Wenn man aber mehr als nur Buchstaben sehen will?

Wer nicht nur Bücher, sondern elektronische Magazine mit großen Farbfotos oder eingebetteten Filmen lesen möchte, wird mit so einem Gerät weniger Freude haben, da die klassischen Reader diese Formate so nicht darstellen können. Es gibt farbige Reader, die allerdings mit Farb-LCD arbeiten. Das ermüdet die Augen schneller als die Pearl-Ink-Displays der Schwarz-weiß-Reader und kostet auch wesentlich mehr Strom.

Da würde ich schon eher zum Tablet-PC oder iPad greifen, die zwar teurer sind, aber dafür als Allround-Gerät zum Lesen, Surfen, Videos schauen, Musik hören etc. eingesetzt werden können.

Und wo kaufe ich dann die E-Books?

Das kommt zunächst darauf an, welchen Reader Sie haben. Amazons Kindle verweigert z. B. das epub-Format, das in vielen E-Book-Stores angeboten wird. Der Kindle benötigt Bücher im *.mobi-Format, das mittels App aber auch auf Android-Smartphones oder PCs gelesen werden kann. Bücher, die über itunes gekauft werden, können nur auf Geräten von Apple gelesen werden. E-Books von Anbietern wie Pubbles, Weltbild, Thalia etc. werden im epub- oder pdf-Format angeboten, das von allen gängigen Readern verstanden wird.

Also alles in allem also noch ein ziemliches Durcheinander.

Man kann gespannt sein, was 2012 in diesem Markt passiert. Apple könnte im Februar sein iPad3 vorstellen, arbeitet daran, in den Schulbuchmarkt einzusteigen und Bücher durch den Einsatz von iPads zu ersetzen. Ein meiner Meinung nach sinnvoller Schritt, der sicherlich kommen wird. Amazon wiederum will sein E-Book-Format durch die Verwendung  von html5 und CSS3 multimediafähig machen. Ein Format, das mir persönlich besser gefallen würde, allerdings einen permanenten Internetzugang voraussetzt. Und alte Lesegeräte bleiben bei diesen Entwicklungen außen vor.

Welchen Reader also jetzt nutzen?
  • Wenn Sie nur Literatur lesen möchten – klassischer E-Book-Reader mit Pearl-Ink-Technologie
  • Wenn Sie auch Zeitungen, Zeitschriften oder Filme anschauen möchten – TabletPC oder iPad2
  • Für Gelegenheitsleser, die nur kurze Wartezeiten überbrücken möchten würde ich die Lesefunktion des Smartphones mittels Apps empfehlen.

Ich werde auf das iPad3 warten und mich wahrscheinlich dafür entscheiden.

Sind E-Books also wirklich so toll?

Für die breite Masse finde ich persönlich das Handling ziemlich krampfig, die einzelnen Süppchen, die die Anbieter kochen, lästig. Ich habe keine Lust, mir schon beim Kauf eines Readers darüber Gedanken machen zu müssen, wo ich meine Bücher kaufe oder verwalte und was ich damit mache, sollte ich mich in zwei Jahren für einen anderen Reader mit anderen Standards entscheiden. Der klassische Vielleser, der eine Möglichkeit sieht, komfortabel von unterwegs auf seine Bibliothek zugreifen zu können, der hat mit einem E-Book-Reader bereits sein Werkzeug gefunden. Solange es keine farbigen E-Ink-Displays gibt, werden User einen TabletPC einsetzen müssen, falls sie multimedial lesen möchten. Durch CSS3 und html5 werden mobile Webseiten in Zukunft noch multimedialer werden und das ein oder andere E-Book ganz ersetzen können.