STRATTACK - Tourismusbranche

Veraltet, langweilig, informationslos – die Realität bei vielen Websites in der Tourismusbranche

Ich habe das große Glück, in einer der schönsten Ecken Deutschlands leben und arbeiten zu können. Ein Ort, an dem andere Urlaub machen. Wie geht es der Tourismusbranche hier in der Region? Manche Orte sind relativ gut aufgestellt. Andere Orte kämpfen schwer mit sinkenden Besucherzahlen. Und so frage ich mich, was erwartet denn den Besucher, wenn er sich ein Quartier sucht und sich online auf Recherche begibt? Exemplarisch habe ich mich mal in Forbach umgesehen, aber auch schon an der Nordsee und am Bodensee. Mit welchem Ergebnis?

Ich beantworte das mal vorweg: wenig Licht, viel Mittelmaß und Schatten.

Ein Großteil der Internetauftritte dürfte seit mehreren Jahren nicht mehr angefasst worden sein. Er entspricht programmiertechnisch und optisch dem, was in den Anfängen des Internets so möglich war. Nach dem Prinzip „viel hilft viel“, wurden Farben, Schriften und Effekte reichlich eingesetzt, ohne Rücksicht auf Lesbarkeit oder eine einfache Navigation. Die Informationen sind oft sparsam oder so einfallslos, dass ich sie nicht mehr lesen mag. MEINE SEELE WILL NICHT BAUMELN!! Falls mich das noch nicht abschreckt und ich mutig auf die Zimmer klicke, dann finde ich zum Teil Fotos mit einer Einrichtung, die mich spontan an das elterliche Wohnhaus in den 70er-Jahren erinnern. Nun gut, kann ja sein, dass man genau die Zielgruppe der rüstigen 70-jährigen Rentner ansprechen möchte. Ob die allerdings in Möbeln übernachten möchten, die seit 30 oder 40 Jahren in Gebrauch sind? Und so habe ich oft den Eindruck, dass sich viele Quartiervermieter kaum Gedanken darüber machen, wer in ihren Wohnungen oder Zimmern übernachten soll. Zielgruppenanalayse – was ist denn das? Persönliche Ansprache – Fehlanzeige. Impressum – fehlt oft.

Ein Schaukelgestell bedeutet nicht kinderfreundlich

Offensichtlich ist bei vielen Unternehmen noch nicht angekommen, dass sie im Internet vergleichbar sind. Dass der Besucher mit ein paar Klicks zwischen Unterkunft A, B, C oder D auswählen kann. Dass die Zielgruppe, die wir hier als Touristen gerne hätten, Familien sind oder die 50-jährigen, die einen Kurzurlaub einlegen möchten. Dass kinderfreundlich nicht bedeutet, ein angerostetes Schaukelgestell in den Garten zu stellen und für Schlechtwettertage ein paar Bilderbücher bereitzustellen, die auch schon durch mehrere Generationen von Kindern durchgeschleust wurden. Und dass im Zweifelsfall dann eben ein anderer Ort ausgesucht wird, der den Ansprüchen gerechter wird. Kennen diese Vermieter auch Seiten wie holidaycheck.de? Nutzen Sie die Möglichkeiten, die Ihnen das Internet heute bietet. Es ist so einfach geworden, mit potenziellen Kunden in den Dialog zu treten.

Im Haus zu sitzen und zu warten, dass der Tourist kommt und sein Geld ausgibt, ist der falsche Weg. Der Urlauber von heute nutzt ganz andere Möglichkeiten bei seiner Urlaubsplanung. Nicht nur die jungen Leute, nein auch die Rentner sind online unterwegs. Und wenn Sie den Kunden da nicht abholen, wo er sucht, dann holt ihn jemand anders.

Glücklicherweise finden sich aber ein paar positive Beispiele für einen aktuellen Internetauftritt in Forbach:

http://www.haus-loewen.de/ Aktuell und mit Werbefilm auf der Startseite. Unbedingt ansehen!!

http://www.ferienwohnung-schwarzwald.de/ Schlicht, aber aktuell. Alle gewünschten Informationen sind einfach zu finden.

http://www.hotel-am-muehlbach.com/ Schöne Unterkunft, aber Website ohne Impressum, keine Angabe über die Besitzer.

Alle Internetprovider bieten mittlerweile Baukästen für die Website an. Ich bin wirklich kein Freund davon. Wer die Kosten scheut, seinen Internetauftritt vom Profi gestalten zu lassen, der sollte wenigstens auf solch ein einfach zu bedienendes Werkzeug zurückgreifen.

Eine gute Möglichkeit ist auch, sich auf entsprechenden Portalen eine standardisierte Seite einzurichten. Solche Portale werden für die Unterkunftsrecherche gerne genutzt. Wer hier nicht auftaucht, fällt bei der Auswahl unter den Tisch. Ein gutes Beispiel wäre zum Beispiel hier:

http://www.traum-ferienwohnungen.de/europa/deutschland/nordschwarzwald/forbach.htm

Die Informationen, die man hier hinterlegen kann sind die, die der Besucher sucht. Durch die gleiche Navigation auf jeder Seite werden also nur die einzelnen Unterkünfte miteinander verglichen, die Gestaltung tritt in den Hintergrund. Die Verwaltung solcher Seiten ist in der Regel einfach.

  1. Ergänzen möchte ich noch, weil die Stadt erwähnt ist, dass auch ein Murggarten und eine Holzbrücke nicht ausreichen, um Touristen anzulocken. Ich bin einen halben Tag als Tourist durch Forbach gelaufen und fand den Ort überwiegend trostlos.
    Die Wanderwege drumherum sind aber wieder sehr schön.

    Bevor man eine Gegend Nationalpark nennt, gäbe es tatsächlich viele Möglichkeiten, den Tourismus und die Gegend zu stärken.
    Wenn man bei edomizil Forbach eingibt, erscheinen ganze zwei Ferienwohnungen. Da gibt also reichlich Vermarktungspotential!

    • Danke für Deinen Kommentar. Das mit den Ferienwohnungen ist mir auf einem anderen Portal ganz ähnlich gegangen. Die Hauptvorschläge kamen dann aus Baiersbronn. Den Murggarten finde ich für Familien mit kleineren Kindern für den Sommer schon toll und er wird auch genutzt, solange das Wetter es erlaubt. Das Montana-Bad mit seinem Piratenschiff ist sicherlich sehr attraktiv. Allerdings sind hier in Forbach die Möglichkeiten bei schlechtem Wetter schnell erschöpft.

      • Jo Horstkotte

        Danke!
        Endlich mal ein begründeter klarer Text zu diesem Thema!
        Hoffentlich…. beachten das viele Entscheider!
        Viel Erfolg!
        Jo

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