Kennen Sie den Unterschied zwischen Arial und Times?

Abbildung der SchriftenvielfaltSicher, der Einsatz von Schriften ist Geschmacksache. Zwar gibt es gewisse Regeln, die dem Fachmann bekannt sein sollten, aber für den Laien ist es nicht ganz einfach, überhaupt einen großen Unterschied zwischen einzelnen Schriften zu erkennen. Und so werden in Anschreiben und Präsentationen leider am häufigsten die Schriften verwendet, die das System vorschlägt. Damit kann man im Prinzip nichts falsch machen, diese Schriften sind standardmäßig beim Betriebssystem dabei. Um seinen Anschreiben etwas mehr Individualität einzuhauchen, sollte man sich aber doch mal ein wenig mit den Fonts beschäftigen. Was gibt es außer Arial, Helvetica und Times denn noch, und wo liegen überhaupt die Unterschiede?

Eine Schrift ist nämlich nicht nur ein Mittel, um Text aufs Papier bzw. den Bildschirm zu bringen. Sie kann die Wirkung eines Textes, eines Logos oder einer Präsentation verstärken aber auch in eine komplett falsche Richtung lenken. Und so sollte man sich angesichts der Vielfalt, die uns die Technik bzw. kostenlose Downloads bieten, Gedanken machen, was man mit dem Text oder dem Logo ausdrücken möchte.

Die Arial bzw. die Helvetica zählen zu den sogenannten serifenlosen Schriften. Bekannte Varianten sind z. B. die Futura, die Avant Garde, die Gill Sans oder die Univers. Diese Schriften machen einen klaren, sachlichen Eindruck, lassen sich aber meiner Meinung nach manchmal schwer lesen, wenn man viel Text schreibt oder einen zu kleinen Zeilenabstand wählt. Bekannte Beispiele für den Einsatz einer serifenlosen Schrift für Logos sind z. B. HP, Audi, Nivea, Deutsche Bahn, Siemens etc.

Die Times zählt zu den Serifenschriften. Ihr Merkmal sind kleine Häkchen, die sogenannten Serifen, die am Anfang und Ende des Buchstabens stehen. Serifenschriften werden gerne für Bücher, Zeitungen oder Logos verwendet, die Klassik, Beständigkeit oder Seriosität ausdrücken. Serifenschriften treten auch in unzähligen Varianten auf: Century, Palatino, Garamond, Georgia sind nur einige Varianten. Serifenschriften lassen sich meiner Meinung nach auch bei größeren Textmengen und in kleineren Schriftgrößen noch gut lesen. Bekannte Logovertreter mit einer Serifenschrift  sind z. B. Mercedes, Brigitte etc.

Mischungen in der gleichen  Schriftgruppe sollten unbedingt vermieden werden. Also keine Times mit Palatino und Georgia mischen oder eine Arial mit der Futura. Man kann aber z. B. die Überschriften in der Times und den Fließtet in der Arial gestalten. Schon das frischt ein Dokument merklich auf. Wenn ich ein Officedokument überarbeite oder eine PowerPoint-Präsentation erstelle, die weitergereicht werden soll, verwende ich gerne die Calibri oder die Segeo, beides Systemschriften unter Windows. Ihr Anblick ist noch nicht so verbraucht wie der der Arial, sie lesen sich gut und machen einfach einen „moderneren“ Eindruck.

Eine weitere Schriftenvariante, die im Office-Bereich gerne verwendet wird, ist die, die Handschriften simulieren soll. Ihr bekanntester Vertreter ist die Comic sans. Für meinen Geschmack macht sie einen zu verspielten Eindruck und taugt vielleicht für Kinderbücher. Sie taucht leider immer wieder noch auf Websites oder Speisekarten auf. Ein Negativbeispiel war für mich der Einsatz einer Comic-sans-Variante bei der Trikotbeschriftung der deutschen Nationalmannschaft bei der Frauenfußballweltmeisterschaft.

Sobald Officedokumente getauscht oder weitergereicht werden sollen und man nicht auf ein schriftenintegrierendes Austauschformat wie z. B. ein PDF zurückgreifen kann, sollte man auf alle Fälle beachten, dass die andere Seite eventuell nicht die Schriftenvielfalt auf seinem Rechner installiert hat, über die man selbst verfügt. Dann ist es sinnvoll bei den klassischen Systemschriften zu bleiben, auch wenn eine andere Schrift vielleicht besser aussähe. Zu oft habe ich schon Präsentationen gesehen, die mit der Hausschrift des Unternehmens layoutet wurde, die mir gar nicht vorliegt. Windows ersetzt die Schrift dann durch seine eigene Systemschrift, was das schönste Layout zerhageln kann.

Ganz tabu für den Einsatz in der Office-Korrespondenz sind meiner Meinung nach Fraktur- oder andere Schmuckschriften, es sei denn, Sie sind z. B. ein Beerdigungsinstitut und schreiben Kondolenzkarten. Ihren Einsatz sollten Sie der Werbeagentur überlassen, wenn Sie einen bestimmten Markenschriftzug oder ein Logo benötigen. Sie wird Ihnen auch sagen, welche Schrift sie für Ihre Korrespondenz dazu verwenden können.

Formatieren Sie Ihre Texte immer mit einem ausreichenden Zeilenabstand. Ich empfehle das 1.2-fache der Schriftgröße. Dadurch wird der Lesefluß erleichtert und Briefe und  Präsentationen enden nicht als Bleiwüste.

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