Wenn es darum geht, Kataloge oder Broschüren in ansprechender Form digital zur Verfügung zu stellen, finde ich ein Flipbook eine ideale Form dafür. Bislang habe ich dafür Issuu eingesetzt, mit der großen Einschränkung, dass Issuu auf Flash basiert. Mit Flash hat mich noch nie viel verbunden, die Apple-Welt mag es auch nicht und ich habe lange darauf gewartet, dass es eine Lösung gibt, die auf html5 basiert.

Als der Anbieter von FlipHTML5 auf mich zukam, und mich frage, ob ich ihr Produkt ausprobieren und darüber einen Beitrag schreiben wollte, sagte ich zu. War ich doch froh, dass es mit FlipHTML5 eine Lösung gibt, die mich ernsthaft dazu bringen könnte, einen dauerhaften Wechsel durchzuführen.

Die Seite selbst ist in englisch, französisch und teilweise in deutsch, das Backend jedoch in englischer Sprache gehalten. Sie bietet nicht nur die Möglichkeit, eigene eBooks im PDF-Format hochzuladen und sie damit einer weltweiten Leserschaft zur Verfügung zu stellen, sondern in der kostenpflichtigen Version die Möglichkeit, eBooks zu verkaufen. Über einen einfachen Button kann man den Preis des eBooks festlegen, die Bezahlung erfolgt über Paypal.

Die eigenen hochgeladenen Bücher können in einem Bücherregal auf der Website eingebunden werden, die Einstellungsmöglichkeiten sind übersichtlich. Warum das optisch immer ein Holzregal sein muss, frage ich mich allerdings schon.

FlipHTML5 - das Einbetten des Bücherregals

Wie ist der Anmeldeprozess?

Typisch für international agierende Unternehmen, ist die Anmeldung einfach und schnell durchzuführen. Ein paar Clicks und man ist im Backend. Es gibt einen kostenfreien Modus, um das Handling durchzuprobieren, bevor man auf eine kostenpflichtige Version umsteigt. In diesem werden, so wie bei anderen Plattformen auch, andere eBooks auf der Plattform eingeblendet. Es kann also durchaus passieren, dass der Konkurrent neben dem eigenen eBook auftaucht. Wer das nicht will, muss eben bezahlen. Die kostenpflichtigen Versionen beginnen bei 15$ im Monat für die PRO-Version und endet bei der Enterprise-Version, die einmalig 999$ kostet. Dafür steigt das Datenvolumen von 20GB auf bis zu unlimited und die Werbeeinblendungen verschwinden. Weitere Goodies wären der Seitenumfang pro eBook, der aber schon bei der kostenlosen Version bei 500 liegt, sowie zahlreichen weitere Optionen wie Passwortschutz, Bookmarks den Upload von Word-Dokumenten oder Offline-Formatierungsmöglichkeiten, für die man sich ein eigenes Programm herunterladen kann.

Wie übersichtlich ist das Backend?

Aus meiner Sicht sehr übersichtlich, trotz englischer Sprache. Ich habe mich schnell zurecht gefunden und die Möglichkeiten gefunden, die ich gesucht habe.

FlipHTML5 - das Backend

Was kann bei dem eBook eingestellt werden?

Die Darstellung im Browser kann bei den kostenpflichtigen Versionen geändert werden. Es stehen vorgefertigte Templates sowie unterschiedliche Hintergrunde zur Verfügung. Wem das nicht gefällt kann unter den Advanced-Einstellungen eigene Farben definieren.

Wie werden die Bücher auf mobilen Endgeräten dargestellt?

Um es klar zu sagen – sehr gut. Das sollte mit html5 auch so sein. In der Enterprise-Version für einmalige aber satte 999$ ist sogar eine Android-App-Version dabei. Das ist für Verlage sicherlich interessant, mein Budget überschreitet diese Version dann doch.

Und wie sieht es mit Videos und Bilderslideshows aus?

Auch das ist möglich ab der Gold-Version (29$ pro Monat). Im Backend wird die Video-Funktionalität pro eBook freigeschaltet. Der Aufruf erfolgt über ein kleines Icon in der Werkzeugleiste. Da dies eine Galeriefunktion ist, werden die Videos oder Bilder auch so aufgerufen. Sie können nicht einzelnen Seiten zugewiesen werden.

FlipHTML5 - das Backend

Kann man auch Teile animieren?

Wer mehr möchte, als ein sich selbst umblätterndes Dokument, muss sich die Applikation Flip Page Editor herunterladen und auf seinem Rechner installieren. Über die Importfunktion können ein PDF oder ein Word-Dokument für die Bearbeitung geöffnet werden. Jetzt sind die Möglichkeiten weitaus größer wie online. Nun können beispielsweise Videos an jeder beliebigen Stelle platziert werden. Es können animierte Buttons auf Mehrwerte aufmerksam machen oder ein eShop-Link via Symbol integriert werden. Es können Audiofiles auf die Seiten eingebettet werden oder – wer glücklich damit ist – Flash-Animationen. Mit all diesen Werkzeugen können ehemals für den Druck gestaltete Kataloge oder auch Geschäftsberichte mit Interaktionen und Animationen angereichert werden um sie anschließend einer viel größeren Zielgruppe zugänglich zu machen, als es ein Prospekt auf der Ladentheke jemals könnte. Das gefällt mir richtig gut, aber solche Funktionen bedeuten erst einmal Arbeit, dessen sollte man sich bewusst sein. Eine weitere Möglichkeit wäre, Präsentationen optisch anzureichern und diese zentral abzulegen. Das muss ich mir auf alle Fälle nochmal genauer anschauen, welche Möglichkeiten sich da ergeben.

Wer hilft mir, wenn ich nicht weiter weiß?

Da die Plattform weitgehend englischsprachig ist, sollte man sich mit den gängigen Begriffen rund um Software, Programmierung und Helpdesks schon auskennen. Ich habe die Hilfefunktion bisher noch nicht benötigt. Die Seite sieht aber aufgeräumt aus, und das, was ich mir bisher angesehen habe, war schlüssig und gut nachzuvollziehen. Ich werde mich da sicherlich noch einarbeiten.

Wie lautet mein Fazit?

Hat Spaß gemacht, die Software auszuprobieren. Wer nur PDFs zur Verfügung stellen möchte und sich an Werbeeinblendungen nicht stört, dem reicht die kostenlose Version durchaus aus. Für mich als Dienstleister, der viele eBooks erstellt und neue Möglichkeiten zur Anreicherung und Verbreitung sucht, können die bisher entdeckten Features eine Erweiterung meines Portfolios bedeuten. So „mal eben aus der Hüfte“ lassen sich natürlich auch mit dieser Lösung keine komplett animierten und verlinkten eBooks oder Broschüren zaubern. Aber mit ein wenig Einarbeitung in den Editor kann man damit sicherlich in kurzer Zeit tolle Ergebnisse bekommen.