Zu meinen Außendienstzeiten vor über 20 Jahren machte eine Redewendung bei uns Mitarbeitern die Runde: „Das geht alles fully automatically!“.  Sie entstand während einer Kundenpräsentation eines Scanners, als der potenzielle Käufer nachfragte, ob er zukünftig auf einen Fachmann verzichten und das Gerät von angeschultem Personal bedienen lassen könne. Als wir verneinten, meinte er enttäuscht: „Ich dachte, da drückt man auf ein Knöpfchen und der Scanner macht alles von alleine – fully automatically.“ Trotz erheblicher Technologiesprünge geht dies in der Regel auch heute noch nicht so. Zwar versprechen Softwarehersteller gerne, dass ein E-Book oder E-Magazine beispielsweise durch eine einfache Exportfunktion generiert werden kann, die Ergebnisse haben mich bislang noch nicht zufriedengestellt.

In den meisten Fällen macht es sowieso keinen Sinn, die epub-Datei als reine Kopie des gedruckten Exemplares zu generieren (sofern es überhaupt eines gab). Inhaltsverzeichnisse sollten auf alle Fälle nochmals aufgearbeitet, je nach Bedarf Glossare oder Stichwortverzeichnisse angelegt und verlinkt werden. Exportfunktionen und Konverter nehmen uns mittlerweile einen großen Teil der Arbeit ab, der notwendige Feinschliff sollte dann doch noch in Handarbeit erledigt, wenn das Ergebnis nicht ein langweiliges, nutzerunfreundliches digitales Dokument sein soll. Und so kommt der Digital Publisher nicht darum herum, sich mit diversen Programmiersprachen auseinanderzusetzen, um notfalls gezielt eingreifen zu können. Fachwissen läßt sich also auch heute noch nicht durch das berühmte Knöpfchen ersetzen.