Abbildung des Android-LogosVor gut einer Woche war es soweit – mein eigenes Samsung Galaxy SII war da. Nach dem Debakel mit der Synchronisation der Outlook-Datenbank habe ich mich gedanklich auf das Schlimmste vorbereitet. Ich erwartete eine hakelige Installation voller Tücken und Gemeinheiten. Mein großer Feind hieß KIES. Was hatte mich dieses Programm schon zum Verzweifeln gebracht.

Das Auspacken und Einbauen des Akkus sowie der SIM-Karte war dann auch erst mal eine Enttäuschung. Den Rückendeckel des Handys werde ich wohl nicht oft abmachen. Dünnes Plastik mit hoher Bruchgefahr. Gut, ich habe ja auch nicht vor, das Teil ständig auseinanderzunehmen. Sollte wohl eine einmalige Sache sein. Telefon erst mal ans Stromnetz gehängt und dann die ersten Versuche gestartet.

Ich muss dazu sagen, ich habe bislang nur nur mit Tastentelefonen telefoniert. Ein Handy war für mich bislang ein Werkzeug zum Telefonieren, eventuell ein paar Notizen schreiben, eine SMS verschicken, Fotos knipsen, wenn die Digicam nicht im Gepäck war, basta. So ein Smartphone verführt natürlich zu mehr, wenn ich Dienste nutzen kann, dann will ich das auch. Mittlerweile habe ich fleißig den App-Store durchkämmt, meine Tochter fragt nach Spielen, was nicht so ganz einfach ist, weil die meisten Spiele kostenlos und deshalb werbebelastet sind. Die Gefahr, dass das Kind da draufklickt und das Spiel dadurch zur Kostenfalle wird, ist mir einfach zu hoch. Die Dinger kommen also wieder runter. Ob ich mir eine Display-Schutzfolie draufbappe, weiß ich noch nicht. Irgendwie widerstrebt es mir ja, ein Gerät mit Hülle und Folie einzuwickeln, damit die Gefahr von Kratzern gebannt wird.

Alles in allem hat die Inbetriebnahme vielleicht eine Stunde gedauert. E-Mail-Konten einrichten, verknüpfen mit dem Google+-Account, Einrichtung des Social Hubs, der Connect ans geschützte Netzwerk und fertig. Das ganze war so problemlos wie ein Routinebesuch beim Zahnarztbesuch ohne Befund. Faszinierend war die Adressübernahme von Outlook via csv-Datei, die ich allerdings über den Browser in mein Google-Konto getätigt habe. Flutsch waren die Adressen online, nochmal flutsch und ich habe sie auf dem Telefon zur Verfügung. Ebenso Flutsch war dann allerdings auch das Instant-Upload meiner Bilder und Filme, die ich am Wochenende so gemacht habe. Das will ich natürlich nicht und so bin ich kurz ins Schwitzen gekommen. Nicht dass jetzt 30 Familienfotos auf meiner Google+-Pinnwand stehen. Dem war zum Glück  nicht so, sie waren nur meinem Google-Konto hinterlegt. Die Kommunikation mit Google+, Facebook und Twitter funktioniert super, ich wollte schon jetzt, nach einer Woche diese Tools nicht mehr missen. Ein E-Book habe ich noch nicht gelesen aber schon vom PC aufs Smartphone und über den App-Shop runtergeladen. Auch das ging relativ einfach (wenn man weiß, wie es geht). Die Möglichkeiten, die Apps bieten, sind schier unmöglich. Es macht Spaß, Dinge auszuprobieren und zu entscheiden, ob sie einen weiterbringen oder nur Mist sind. Für mich ist das Smartphone jetzt schon gerade durch seine Verbindung zu meinem Google-Konto eine Bereicherung, weil es mich unabhängiger macht, ich von unterwegs ganz einfach auf Daten zugreifen kann, die vorher nur schwer abzurufen oder zu erreichen waren. Ich habe alles mit einem Login zur Verfügung.

Mein Fazit: Wenn man bereit ist, sich mit Neuem auseinanderzusetzen und alte Pfade des Datenhandlings zu verlassen, dann kann so ein Smartphone eine unheimliche Bereicherung sein. Besteht man auf seinen alten Strukturen, kann es unbequem werden oder man weiß irgendwann nicht mehr, wo denn nun die aktuellen Daten liegen. Ich werde deshalb in Zukunft mehr Daten der „Cloud“ anvertrauen und über den Browser bzw. das Smartphone drauf zugreifen. So bin ich unabhängig von Ort und Arbeitsstation – was will ich mehr.

Nachtrag: An was ich mich noch gewöhnen muss, ist der unheimliche Stromverbrauch. Konnte ich mein Nokia-Handy locker eine Woche ohne laden im Stand-by in der Handtasche liegen lassen, ist beim Galaxy nach spätestens zwei Tagen Schluß. Nutzt man Apps oder fotografiert, dann kann man eigentlich zuschauen, wie es den Akku leersaugt. Ein Autoladekabel ist deshalb das nächste Zubehörteil, was ich mir besorgen muss.