Mit dem Einzug des iPad in Deutschland wurde das Thema E-Book auch für den deutschen Markt immer interessanter und kann auch von Verlagen nicht mehr als „Nebenerscheinung“ abgetan werden.

Umso verwirrender sind die zahlreichen Formate und Reader bzw. die Möglichkeiten, E-Books zu kaufen oder zu leihen. Welches Format kann überhaupt von welchem Reader gelesen werden? Was sind die gängigen Formate? Diese Frage ist auch für mich als Dienstleister wichtig. Immerhin müssen die Daten der Printobjekte entsprechend aufbereitet werden.

Ich unterscheide zunächst einmal in den Verwendungszweck:

Bildorientierte Projekte wie Fachbücher, Zeitschriften, Broschüren, Prospekte und textlastige Projekte wie z. B. Romane oder Biografien.

Für die erstere Kategorie empfiehlt sich nach meiner Ansicht das PDF-Format. Hier entsteht der geringste Aufwand, können die Printdaten mehr oder weniger 1:1 übernommen werden. Der klare Nachteil eines PDFs ist seine schlechtere Lesbarkeit auf kleinen Monitoren und der etwas gestörte Lesefluß bei mehrspaltigen Dokumenten, da in der Regel ein A4- oder A5-Format runterverkleinert wird. Auf einem 21-Zoll-Monitor ist das natürlich kein Problem.

Liegt das E-Book im epub-Format vor, sind der Lesbarkeit keine Grenzen gesetzt, da der Leser entscheidet, wie groß die Typo ist und das Dokument flexibel umbrochen wird. Dadurch sind den Gestaltungsmöglichkeiten klare Grenzen gesetzt. Bilder sollten eher als begleitendes Element eingesetzt werden, der Satz ist einspaltig, die Schriftauswahl ist eingeschränkt. Hier steht ganz klar die Information im Vordergrund. Anzeigen können zwar als Bild platziert werden, dieses ist jedoch fest in seinen Maßen und kann nicht gezoomt werden. epub wird hauptsächlich auf reinen Readern eingesetzt, die momentan ohnehin meist schwarz-weiß darstellen. Die Erstellung eines epub-Dokuments erfolgt zwar seitens InDesign automatisch, das Ergebnis ist jedoch selten zufriedenstellend und bedarf einer Nachbearbeitung. epub ist übringens nichts anderes als eine gezippte Datei, die xhtml-Dokumente, ein Stylesheet, Bilddateien, unter Umständen Fonts sowie eine opf-Datei enthält in der drin steht, wer der Urheber ist, welche Dateien das E-Book in welcher Reihenfolge enthält und in welcher Sprache das E-Book geschrieben ist. epub-Dokumente können auch mit Freeware wie z. B. Stanza oder Calibre geschrieben werden. Sollen sie jedoch optisch irgendwie ansprechend sein, kommt man auch hier um eine manuelle Nachbearbeitung nicht drumherum.

Es gibt noch einige weitere E-Book-Formate, die von den unterschiedlichen Readern benötigt werden. Ich denke allerdings, dass sich epub und PDF als Standard etablieren werden.