Der Schneider hat die schlechtesten Kleider …

… so, oder so ähnlich lautet ein deutsches Sprichwort.

Kürzlich erreichte mich eine E-Mail von einem – das muss man schon sagen – wirklich ausdauerndem und hartnäckigen Unternehmen. Das Unternehmen bietet seit Jahren seine Dienstleistungen im Bereich Datenerfassung, E-Book-Erstellung, App- und Website-Programmierung sowie Layoutarbeiten in InDesign & Co. an. Alles in allem also Dienstleistungen, mit denen es sich in einer Branche bewegt, die technologisch aber auch ästhetisch hohe Anforderungen stellt.

Nun gut, man kann sich ja mal die Website anschauen, mal sehen, was diese Firma so an Referenzen anzubieten hat.

Es hätte mich schon stutzig machen müssen, dass die E-Mail-Adresse eine andere Endung hatte wie die Unternehmens-URL. Die aufgerufene Website schleuderte mich dann auch auf eine Zeitreise um zirka 15 Jahre zurück. Sie ist in bestem Programmiererdesign zwischen 1990 und 2000 erstellt. Und man hat wirklich auf nichts verzichtet, was damals zum Programmieren einer Website verwendet wurde. Animierte Banner, Counter, Tabellen-Layout, alle verfügbaren Systemfarben und ein Template, von dem man gar nicht glauben will, dass diese Art der Gestaltung mal völlig normal war. Die Seite war datentechnisch aktuell, ich hatte also keine „URL-Leiche“ ausgegraben.

Offensichtlich wurde bei diesem Unternehmen die Einstellung vertreten „Was vor 15 Jahren gut war, kann heute nicht schlecht sein. Das hat mal viel Geld gekostet, das bleibt so.“ Ob es damit allerdings Kunden in der grafischen Branche generieren kann, das wage ich mal zu bezweifeln. Es ist durchaus sinnvoll, in regelmäßigen Abständen zu überprüfen, wie sich zum einen der Wettbewerb präsentiert, zum anderen aber auch die Unternehmen darstellen, die ich als Kunden gewinnen möchte.

Vielleicht hat der Firmeninhaber aber seine Website auch selbst programmiert und findet sie schön. Dann kann man ihm nur wünschen, dass er Unternehmen findet, die seinen Geschmack teilen. Bei mir hat es jedenfalls nicht geklappt.

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