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Der Katastrophen-Blogbeitrag: IT ist ein Monster

Abbildung des IT-Monsters

Worum geht es? Es geht um tägliche Unsäglichkeiten, die nicht unbedingt in meinem Einflussbereich liegen, meine Arbeitsressourcen aber unheimlich blockieren. Kann ich sie steuern? Zu einem gewissen Teil bestimmt. Der größte Teil entzieht sich allerdings meinem Einfluss. Und daraus entsteht der alltägliche Wahnsinn im Umgang mit Technik, Dienstleistern und zugegeben – mit mir selbst.

Montag: Der Morgen fängt nicht gut an. Das Stromnetz ist über Nacht kurz weg gewesen. Zum Glück hängt mein Rechner an einer USV. Alles da – scheint so. Dafür ist das Internet ausgefallen. Neustart von LAN-Router und Satelliten-Anlage. Bitte in der richtigen Reihenfolge. Nach 30 Minuten arbeiten die beiden zusammen. Gegen 10 Uhr stelle ich fest, dass mein Virenschutz nicht aktiv ist. Lässt sich auch nicht aktivieren. Habe keine Zeit, mich da jetzt drum zu kümmern und weiche auf meinen Schnitt-PC aus. Es stellt sich heraus, dass durch den Stromausfall ein ISDN-Kanal in unserer Bürogemeinschaft weggeflogen ist. Die Telefonanlage kompensiert das zwar, zwei Telefonnummern sind jedoch von extern nicht erreichbar. Darunter die vom Geschäftsführer. Jetzt wird’s zäh – Störungsstelle anrufen. Probieren wir es erst einmal übers Internet – mein Anschluss hat keine Störung behauptet das Backend. Also doch Telefon. Geben Sie mir Ihre Handynummer zum Zurückrufen. Wir haben keinen Empfang hier. Oh – Schweigen in der Leitung. Stelle fest, dass die Back-up-Software seit Anfang Februar nichts mehr tut. Die Fehlermeldung lässt sich nicht googeln. Kann alles bedeuten oder nichts. Das Internet fliegt sporadisch weg. Wir kennen das schon.

Abbildung des IT-Monsters

Manchmal habe ich schon den Eindruck, dass meine IT ein Monster beherbergt.

Dienstag: Der Virenschutz bockt immer noch, trotz mehrfacher Neustarts. Das WLAN ist auch ausgefallen. Der IT-Service vor Ort, der das installiert hat, hat den Anrufbeantworter angestellt. Da kann ich drauf sprechen, oder ich lasse es. Ich spreche drauf. Einen Rückruf erwarte ich nicht, der kommt auch nicht an diesem Tag. Das WLAN-Problem muss also warten, in der Bedienungsanleitung steht, dass sich das Kästchen von alleine konfiguriert. Ja, nee, ist klar. Das tut es nicht. Kontakte den Virenschutz-Hersteller per Facebook. Reagiert innerhalb von drei Minuten und gibt mir die Support-Kontaktdaten. Toll. Die lobe ich aber dafür. Der Support mach ein Case auf. Reaktionszeit ist innerhalb von vier Tagen zu erwarten.

Mittwoch: Die Telekom ruft an, um uns mitzuteilen, dass bei uns keine Störung vorläge. Die hat sich Montag Nachmittag schon aufgelöst, aber danke für den Rückruf. Schalte den Rechner nicht nur aus, sondern ziehe das Stromkabel und trenne ihn für eine halbe Stunde vom Strom. Mal sehen, ob das was bringt. Fahre die Maschine wieder hoch und mein Virenschutz ist da und läuft. Gibt’s doch nicht. Anruf vom IT-Service, wie kann er helfen? Kann er nicht, aber er fragt, ob ich den Stecker von der WLAN-Bridge schon mal gezogen habe #kopfaufdietischplattefällt. Installiere die fälligen 15 Windows-Updates, die „einen Neustart erfordern“ – jetzt geht auch die Back-up-Software wieder, obwohl sie behauptet, mit einem Fehler abgeschlossen zu haben. Ich packe das Thema WLAN nochmal an. Ratlosigkeit am anderen Ende des IT-Supports. Wir vertagen das doch nochmal. Ich prüfe nochmal nach und stelle fest, dass beide Geräte mit der gleichen Kanalnummer arbeiten und ändere eine. ICH BIN EIN GENIE!! Es funktioniert. Woher soll man so etwas wissen, bitte schön? Zwischendurch konnte ich sogar etwas arbeiten. Das Back-end der Cloud-Lösung ist ätzend, aber alternativlos. Nach zwei Stunden Arbeit wirft die Simulationsseite Fehlermeldungen aus, obwohl vorher alles funktionierte. Das bedeutet – Support anrufen. In der Schweiz. Beim dritten Mal fliege ich nicht aus der Leitung, dafür verstehe ich kaum ein Wort. Können Sie einen Screenshot von der Fehlermeldung machen und uns zuschicken? Aber klar doch. Bitte schreiben Sie noch dazu, was Sie gemacht haben und wann der Fehler aufgetreten ist. Mache ich. Das Projekt sollte morgen eigentlich präsentiert werden. Vielleicht sollte ich immer Screenshots machen, so lange etwas funktioniert. Auf meinem Schreibtisch liegt ein Buch, wie man an solchen Tagen gelassen bleibt. Ich überlege, es in die Tonne zu schmeißen. Ganz böses Karma heute.

Donnerstag:
Die Heinzelmännchen haben über Nacht in der Schweiz gearbeitet. Der Fehler ist beseitigt und andere Anregungen meinerseits wurden schon umgesetzt. Mein Karma wird wieder besser.

Kennt ihr solche Tage auch? Da wünsche ich mir manchmal, ich wäre Gärtner geworden oder so. Aber wahrscheinlich wären es dann die Blattläuse …

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