STRATTACK: Was bedeutet eigentlich Digitalisierung?

Was bedeutet eigentlich „Digitalisierung“?

Nicht nur durch die Programmierung der Website der Mittelstandsinitiative „digitalize your business“ beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema „Digitalisierung“. Diese Initiative hat mir aber wieder bewußt gemacht, wie tief wir im Digitalisierungsprozess schon drinstecken und wie notwendig es ist, Eigeninitiative zu zeigen. Und natürlich stelle ich mir die Frage, ob mein Unternehmen die Möglichkeiten der Digitalisierung bestmöglich wahrnimmt und für sich nutzt.

Aber was ist eigentlich die Digitalisierung? Sind wir nicht alle ein wenig digitalisiert? :-) Nun, genaugenommen könnte man sagen, ohne Internet keine Digitalisierung. Stimmt das so? Jeder hat doch heutzutage einen Internetzugang, also was sollen Digitalisierungs-Kampagnen und -Initiativen überhaupt? Ist nicht alles im Fluss? Mitnichten.

Beispiel aus der Praxis

Nehmen wir als Beispiel einen meiner Kunden, die Tischlerei Peter. Ein klassischer Handwerksbetrieb, der viele Kunden durch Mund-zu-Mund-Propaganda generiert, und der mit einem aktuell gehaltenen Internauftritt schon weiter digitalisiert ist, als ein Großteil seiner Branchenkollegen. Als er Anfang des Jahres auf mich zukam, damit ich ihm „ein paar Fotos“ auf seine Website stelle, haben wir schnell entschieden, dies anders zu lösen, als wir es bisher taten. Wir nutzten Werkzeuge, die uns „das Internet“ zur Verfügung stellt, um seine Aktualisierungsabläufe zu optimieren und ihm die Möglichkeit zu geben, Dinge selbst zu erledigen, die er bisher an einen Dienstleiter abgeben musste. Für ihn bedeutet dies keinen Mehraufwand, da er die Bilder ohnehin versenden musste. Anstatt das gleiche Bild aber dreimal anzufassen, lädt er sie selbst hoch und sie werden über eine einmal aktivierte Schnittstelle auf seiner Website eingelesen. Ob er die Bilder nun mit seinem iPhone oder mit seinem PC hochlädt, ist vollkommen egal. Er ist plattform-, orts- und zeitunabhängig. Abläufe wurden optimiert und Zeit gespart.

Nützliche Apps

Oder nehmen wir zum Beispiel Anbieter wie Evernote, oder weTransfer. Ich nutze sie gerne; den ersteren, um Websites, Artikel oder Filme zu archivieren, von denen ich annehme, dass ich sie nochmal brauchen werde. Anstatt endlose Bookmarklisten zu erstellen oder Artikel auszudrucken, abzuheften und bei Bedarf wieder abzutippen oder sie nie wieder zu finden, archiviere ich sie verschlagwortet in der Cloud. Denn auch hier bin ich plattformunabhängig. Suche ich also beispielsweise beim Kunden oder abends auf der Couch eine Website, eine App oder eine Dienstleistung, dann wähle ich mich einfach auf meine Evernote-Anwendung ein und suche nach dem Stichwort. Zack – ist das Ergebnis da. weTransfer leistet mir gute Dienste, wenn ich Daten zur Verfügung stellen soll, die die Transfergrenze einer E-Mail überschreiten. Auch hier bin ich unabhängig. Anstatt einen ftp-Zugang auf meinem Webserver einzrichten, rufe ich die Website auf, laden die Daten hoch und lasse den Empfänger automatisch per E-Mail informieren. Das System informiert mich, sobald die Datei heruntergeladen wurde. Nach ein paar Tagen sind die Daten wieder gelöscht und ich muss mich nicht über (meinen) überfüllten Datenserver und individuell zu vergebende Passwörter ärgern.

Welche Digitalisierungs-Tools gibt es noch?

Videokonferenzen sind hervorragend geeignet, um lange Kundenanfahrten zu vermeiden und sich beim Sprechen trotzdem gegenüber zu sitzen. Online-Foren sind aus meiner Sicht ein unerschöpflicher Wissenpool, um sich auszutauschen und über die wertvolle Tipps geholt und gegeben werden können. Sicherlich sinnvoller, anstatt selbst zeitfressend eine Lösung für ein Problem zu suchen und vielleicht komplett falsch zu liegen. Und selbst von mir langezeit verschmähte Messenger wie Whatsapp oder Threema haben sich fließend in meine Dialogwerkzeuge eingereiht. Anstatt anzurufen oder eine eMail zu tippen, tut es die schnelle Nachfrage per Messenger oft genauso, wenn nicht noch besser.

Aber – all diese wundervollen Werkzeuge benötigen eins: einen schnellen Internetzugang. Selbst das Verfassen dieses Blogbeitrags erfolgt online, ohne Internet geht eben nix.

Wie kann dieser Zugang erreicht werden?

Wir müssen Druck auf die Bundesregierung und die Telekommunikationsanbieter ausüben, damit alle einen garantierten Zugang zu einem schnellen und zuverlässigen Internet haben. Das ist leider in vielen Regionen Deutschlands nicht der Fall. Ohne Satellitenverbindung wäre hier in Forbach-Hundsbach internettechnisch tote Hose, wie man so schön sagt. Damit entsteht ganz klar ein Standortnachteil, der so nicht sein darf. Ein hochperformanter Breitbandanschluss ist heutzutage kein Add-on mehr, wenn es um die Wettbewerbsfähigkeiten von Orten oder Wohngebieten geht, sondern ein Ausschlußkriterium. Das sollte auch den Kommunen klar sein, wenn sie ein Engagement in diesem Bereich verschleppen. Ohne schnelle Internetverbindung werden sie weder junge Familien noch  innovative Betriebe für eine Ansiedlung gewinnen können – und damit auf wertvolle Steuereinnahmen und eine Verjüngung der Ortschaften verzichten.

Zurück zur Eingangsfrage: Nutze ich die Möglichkeiten der Digitalisierung so, wie ich könnte? Sicherlich nicht, aber ich bin offen für Neues, probiere aus, bewerte, wäge ab und tausche mich aus. Denn oft weiß ich gar nicht, welche Werkzeuge und Lösungen es gibt, die mir in meinem Tagesablauf weiterhelfen könnten. Dem kann nur ein permanenter Dialog mit anderen Unternehme(r)n entgegenwirken, anstatt im stillen Kämmerlein so zu arbeiten, wie man es schon immer getan hat. Soziale Plattformen helfen ungemein, den Blick zu weiten und sich inspirieren zu lassen. Nutzen Sie diese Möglichkeit auch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.