Manchmal habe ich den Eindruck, dass täglich eine neue „Infoportal-Sau“ durchs Dorf getrieben wird. Noch ein Portal, noch ein Reader und noch eine App, die die wichtigsten Neuigkeiten für mich parat stellen wird. Wie viele Info-Apps tummeln sich mittlerweile auf dem Smartphone? Und wie viele liest man tatsächlich? Ergänzt wird die Informationsflut noch mit hoffnungslos überquellenden e-Mail-Ordnern, in denen sich wichtige und unwichtige Korrespondenz mit abonnierten Newslettern, RSS-Feeds, Google-Alerts und unangeforderten Werbe-Mails tummeln. Das Risiko, dass hier eine wichtige Info verloren geht, ist groß und mir war klar, dass ich an dem System was ändern muss. Aber was?

 

Bitte nicht noch eine Nachrichten-App

Eher per Zufall bin ich beim Auswerten der Webseitenzugriffe über Feedly gestolpert. Dieser News-Aggegrator gibt mir die Möglichkeit, das Web gezielt nach Keywords zu durchsuchen und die vorgeschlagenen RSS-Feeds, also Beiträge oder vorgeschlagene Seiten in der Applikation zu abonnieren. Zusätzlich zu den RSS-Feeds können auch Podcasts der Liste hinzugefügt werden. Hat man erst einmal ein Thema gefunden, schlägt Feedly weitere Seiten vor, die einen auch interessieren könnten. Um dann nicht auch hier ganz schnell den Überblick zu verlieren, kann man die abonnierten Seiten selbst definierten Rubriken zuweisen. Passend zur Browservariante gibt es eine App, die die gleichen Daten ausliest, die man sich vorher schon am PC angelegt hat. Die Beiträge selbst werden angeteasert und können per Klick im Browser gelesen werden.

Wer Beiträge auf Twitter, Pinterest oder Facebook teilen möchte, kann dies bequem aus Feedly heraus tun. Dazu verbindet man seinen Account einfach mit seinen Social-Media-Profilen. Für weitere Social-Media-Kanäle benötigt man einen kostenpflichtigen Account für monatlich 5,41 $. Damit bekommt man beispielsweise die Ablagemöglichkeit in Evernote, Pocket oder OneNote. Geteilt werden kann dann auch in LinkedIn, über Buffer oder Hootsuite. Und wer bereit ist, monatlich 18$ in die Teamversion zu investieren, bekommt eine Ablagemöglichkeit in Slack. Auch so ein Tool, wovon ich begeistert bin. Damit kann ich mir ein tolles Wissensarchiv schaffen, von dem ich von jedem Endgerät aus Zugriff habe. Und wer sich nicht schon wieder ein neues Passwort merken will, kann das auch prima über sein Google- oder Facebook-Konto tun.

Was hat Feedly bisher gebracht?

Zuallererst habe ich mal meine Google-Alerts umgestellt. Anstatt sie wie bisher in meinen E-Mail-Ordner spülen zu lassen und dann oft doch nicht zu lesen, werden sie jetzt in Feedly gesammelt und dargestellt. Als nächstes wurden Websites, die ich bisher nur gebookmarkt habe, als RSS-Abo in Feedly integriert. News-Seiten, die mir täglich meine Facebook-Timeline verstopften, sind nun ebenfalls in Feedly gelistet und in Facebook entfernt. Damit behalte ich auch dort den Überblick, weil jetzt in meinem Profil nur die Posts meiner Freunde auftauchen und keine Nachrichten mehr. Alles in allem sind meine Kanäle für mich so übersichtlicher geworden.

Was mir aber richtig gut gefällt, ist die Tatsache, dass ich jetzt alle News unter einem Dach habe. Und Abends auf der Couch nochmal bequem am Tablet die App durchscrollen, Interessantes für Twitter und Evernote identifizieren kann sowie, dass in meinem Postfach mehr Überblick habe, weil RSS und Alerts dort nicht mehr auftauchen.